Brigitte Bardot und Saint-Tropez

Die von der Presse nur BB genannt wurde, zählte in den 50er und 60er Jahren zu den schönsten und erotischsten Frauen der Welt. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie mit Et Dieu... créa la femme. Nach zahlreichen Beziehungen während ihrer Karriere, in der sie in über 15 Filmen mitwirkte, wurde sie zur aktiven Tierschützerin und zur festen Größe des internationalen Films.
Aufgewachsen ist Brigitte Bardot in wohlhabenden und behüteten Verhältnissen bei ihren Eltern. Bereits in ihrer Kindheit war sie eine auffallend hübsche Erscheinung. Sie galt als wohlerzogen und nahm neben der Schule Ballettunterricht.
Im Alter von 15 Jahren begann sie ihre Karriere als Fotomodell. Damals präsentierte sie zunächst Hüte. Innerhalb weniger Monate wurde sie zu einem der gefragtesten Models der Hauptstadt, die auf den Titelseiten der renommiertesten Modemagazine zu sehen war.
Frühe Filme mit Marc Allégret

Hier entdeckte sie der französische Regisseur Marc Allégret für den Film. Mit dessen Mitarbeiter, Roger Vadim, entwickelte sich eine Liebesbeziehung. Als Brigitte das 18. Lebensjahr erreicht hatte, schlossen sie am 20. Dezember 1952 die Ehe. Nun wurde ihr Ehemann auch zu ihrem Protege, der versuchte, die Karriere seiner Frau weiter zu fördern. So kam es auch zu Gerüchten, Roger Vadim hätte einige Skandale um Brigitte Bardot erfunden, um ihre Popularität zu steigern.
Der vor der Ehe geplante Film mit Marc Allégret kam nicht zustande. Dafür stand sie 1952 für Le Trou Normand vor der Kamera, bei dem Jean Boyer die Regie führte.
Trotz zahlreicher schlechter Kritiken die folgten, in denen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihr Aussehen Grund zum Anstoß war, wollte vor allem das männliche Publikum mehr von ihr sehen. Nach weiteren Produktionen stand sie für Un acte d'amour mit Kirk Douglas vor der Kamera. Mit diesem Streifen machte sie sich einem Namen als ernstzunehmende Nachwuchsschauspielerin. Nochmehr jedoch wurde sie von der Boulevard-Presse zum Sexsymbol erhoben und in Berichten nur noch BB genannt.
1954 planten Brigitte Bardot und Leni Riefenstahl die Zusammenarbeit für den Film Die roten Teufel, der jedoch nie verwirklicht wurde. Dafür stand sie nun regelmäßig für französische Produktionen vor der Kamera und oft entstanden bis zu drei Filme im Jahr.

Internationaler Durchbruch
Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1956 an der Seite von Curd Jürgens in der Roger Vadim Verfilmung von Et Dieu... créa la femme.
Fortan zählte ihr Name zu den Spitzen des internationalen Films, selbst in Amerika wurde sie zum Sexsymbol schlechthin erhoben und zur europäischen Antwort auf Marilyn Monroe. Bei Produzenten wurde ihr Name zum Erfolgsgarant und so war sie fast nur noch in Hauptrollen besetzt. Dabei entstanden nun 1957 Arbeiten wie Une parisienne oder En cas de malheur.
Unter dem stetig steigenden Erfolg, hatte in erster Linie die Ehe zu Roger Vadim zu leiden, die am 6. Dezember 1957 geschieden wurde.
1958 entstand der Film La Femme et le pantin und 1959 Voulez-vous danser avec moi?

Ehe mit Jacques Charrier
Kurz darauf heiratete sie den zwei Jahre jüngeren Playboy Jacques Charrier und begann 1960 mit dem Film La Vérité auch ernste Rollen anzunehmen. Grund dafür war auch der Versuch ihr verruchtes Image zu polieren, unter dem sie seit ihrer zweiten Ehe zu leiden hatte, denn hier kam es regelmäßig nach anrüchigen Presseberichten zu Streitereien. Ein Situation, unter der sie vor allem psychisch zu leiden hatte, weshalb sie sich an ihrem 26. Geburtstag das Leben nehmen wollte.
Nach dem sie sich wieder erholt hatte, ließ sie sich, nach einem Jahr der Ehe, wieder von Jacques Charrier scheiden. Ihr neuer Freund und Lebenspartner wurde Sami Frey und weitere erfolgreiche Arbeiten wie Amours célèbres und Vie privée folgten. Dennoch blieb ihr psychischer Zustand labil. Sie begann auch unter der permanenten Verfolgung der Paparazzi zu leiden.
Dennoch stand sie regelmäßig für weitere Arbeiten vor der Kamera und 1968 entstand, an der Seite von Sean Connery, der Western Shalako. Diese Arbeit entstand trotzdem sie sich schon mehrfach aus dem Filmgeschäft zurückziehen wollte.
Anfang der 70er Jahre war es dann soweit. Ihre letzten Arbeiten waren Filme wie Boulevard du rhum oder Si Don Juan était une femme. In ihrer Karriere wurden ihr neben den Ehen über ein Dutzend weitere Liebhaber nachgesagt, um auch noch die 70 Tage Ehe mit Gunter Sachs zu erwähnen.
Während der ganzen Zeit lebte Brigitte Bardot meistens in Saint-Tropez, während sich die großen Film-Stars in Monte Carlo tummelten. Allein durch ihre bloße Anwesenheit verlieh sie damit dem kleinen Fischerdorf Glanz und internationale Beachtung. Deshalb wird sie heute auch als Entdeckerin von Saint-Tropez gehandelt.
Aktivistin zum Schutz bedrohter Tierarten

Nach ihrer Film-Karriere wandte sie sich dem Tier- und Umweltschutz zu. Ihre Popularität nutze sie zur Gesetzesänderung der Schlachtzahlen von Robben. Nach dem sie hier ab Mitte der 70er Jahre große Erfolge vorweisen konnte, wurde sie eine der akzeptiertesten Aktivistinnen zum Schutz bedrohter Tierarten.
Heute lebt Brigitte Bardot nach wie vor in Saint-Tropez und Paris. Ihr Gesicht und ihre Art wurde zum Geschmack und Stil des Zeitgeistes der 60er und 70er Jahre.
Als Schauspielerin zählt ihr Name mit Kollegen wie John Paul Belmondo und Alain Delon zu den erfolgreichsten Vertretern des französischen Kinos.
Weitere Informationen über Saint-Tropez
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